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Wie können Balkonkraftwerke und Smart Homes kombiniert werden?

Andreas König
Wie können Balkonkraftwerke und Smart Homes kombiniert werden?

Smartwatch, Smartphone und Smart-TV: Wie können Solarenergie und Smart Homes kombiniert werden?

Smartwatch, Smartphone, Smart-TV – die Welt um uns herum wird immer intelligenter. Auch was unsere eigenen vier Wände angeht, werden Smart Homes stetig beliebter, genauso wie eigens erzeugte Energie mit Hilfe von Balkonkraftwerken. Doch wie können Solarenergie und Smart Homes kombiniert werden?

Inhaltsverzeichnis

Mit Smart Homes kann fast jedes Haushalts-Gerät spielend leicht aus der Ferne bedient, automatisiert und überwacht werden. Mit Balkonkraftwerken kann ganz simpel eigener Strom produziert werden. Werden Smart Home und Mini-Photovoltaik-Anlage miteinander kombiniert, ergeben sich spannende und nützliche Synergie-Effekte.

Eine Info vorabDie Verknüpfung von großen Photovoltaik-Anlagen mit Smart-Home-Anwendungen ist zwar momentan noch geläufiger, da das intelligente System so über ein größeres Strom-Volumen verfügen kann. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, Balkonkraftwerke mit einem Smart Home zu verbinden. 

Was ist ein Smart Home?

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Smart Home nichts anderes als „intelligentes Zuhause“. Die Übersetzung passt auch für die Beschreibung gut: In einem Smart Home sind verschiedene Haushaltsgeräte und Haushaltsfunktionen miteinander vernetzt. Sie können so automatisiert und ferngesteuert werden. Beispielsweise lassen sich damit Lampen auch aus der Ferne über einen einzigen Knopfdruck ein- oder ausschalten. Das gleiche gilt für die Waschmaschine, die elektrischen Rollladen oder auch den Fernseher. 

 

Technisch funktioniert das Ganze wie folgt: Eine zentrale Steuereinheit, auch HUB genannt, und bestimmte Geräte im Haushalt kommunizieren miteinander, indem sie Daten und Informationen austauschen. Auf diese Geräte kann man im Anschluss über das Smartphone, den PC oder auch das Tablet zugreifen, egal von wo. Das funktioniert über WLAN, Bluetooth oder sogenannte drahtlose Kommunikationsprotokolle. 

Per Knopfdruck aus der Ferne bedienen

Damit sich Geräte mit dem HUB verbinden können, müssen sie logischerweise intelligent und so in der Lage sein, mit dem Smart-Home-System kommunizieren zu können. Manchmal können ältere Geräte zu Smart-Devices aufgerüstet werden. Meistens muss allerdings ein neues Modell her. 

 

Anschließend kann man die Geräte direkt bedienen, über eine App oder mit einem Sprachassistenten. Die Geräte können allerdings auch automatisiert werden. Dabei werden sie über das HUB so programmiert, dass sie bei bestimmten Gegebenheiten an- oder ausgehen.  

Was bringt es, ein Balkonkraftwerk mit Smart-Home-Geräten zu verbinden?

Die größte Kosteneffizienz erreicht man mit einem Balkonkraftwerk, indem man einen möglichst hohen Eigenverbrauch hat. Den kann man vor allem zur Mittagszeit erreichen, wenn die Anlage wegen der starken Sonneneinstrahlung entsprechend viel Strom produziert. Gerade dann wird der produzierte Strom jedoch nicht verbraucht, da insbesondere Berufstätige zu dieser Zeit nicht zu Hause sind.

Die Kraft der Sonne nutzen

Mit der Integration eines Smart Homes können der Stromverbrauch und die Stromerzeugung allerdings optimal aufeinander abgestimmt werden. So kannst du über das Smart-Home-HUB beispielsweise die Waschmaschine so programmieren, dass sie zur Mittagszeit angeht, wenn die Sonneneinstrahlung besonders intensiv ist. 

 

Das Smart Home ist auch in der Lage, auf Wetterdaten zuzugreifen, sodass das System automatisch entscheiden kann, wann ausgewählte Geräte wie Smart-Thermostate oder die Spülmaschine angeschaltet werden. 

 

Auch du selbst kannst bei strahlendem Sonnenschein per Knopfdruck aus dem Büro oder von unterwegs aus entscheiden, dass ein Gerät jetzt mit Solarenergie betrieben werden soll. 

Große Stromfresser mit Solarenergie betreiben

Durch die Verknüpfung von PV-Anlagen und Smart Homes kann der gewonnene und verbrauchte Strom also nicht nur überwacht werden. Auch einige der größten Stromfresser des Haushalts können mit nachhaltiger Energie gefüttert werden. 

 

Dazu zählen nämlich beispielsweise Waschmaschinen, Wäschetrockner und Spülmaschinen. Diese lassen sich durch die oben genannten Optionen hervorragend fernsteuern und mit der Energie des Balkonkraftwerks betreiben. Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk erzeugen und sparen kann, erfährst du hier.

Zahllose Einsatzmöglichkeiten

Intelligent verknüpfte Geräte sind dauerhaft im stromziehenden Bereitschaftsmodus. Das kann schnell teuer werden. Auch hier lässt sich die Solarenergie nutzen, um den Grundverbrauch des Smart Homes ganz oder zumindest teilweise zu decken. 

 

Grenzen sind dem Einsatz von Solarenergie im Smart Home kaum gesetzt. Neben dem Einsatz für die größten Stromfresser oder den Grundverbrauch kannst du frei nach deinen Anforderungen programmieren oder selbst per Knopfdruck entscheiden, wie der Strom eingesetzt werden soll. 

Degression verringert Einspeisevergütung

Kommt es nicht zum Eigenverbrauch, wird der nicht genutzte Strom des Balkonkraftwerks in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür können Betreiber:innen eine sogenannte Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Wie viel Geld pro Kilowattstunde man bekommt, wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Dieses wird seit der Einführung der Einspeisevergütung im Jahr 2000 immer wieder angepasst. 

 

Sobald man das Balkonkraftwerk in Betrieb nimmt, gilt für Betreiber:innen der aktuelle Vergütungssatz – und das unverändert für die kommenden 20 Jahre. Dieser Vergütungssatz fiel allerdings seit dem Jahr 2004 kontinuierlich. Grund dafür ist die sogenannte Degression.  

 

Mit der Degression reagiert die Regierung auf sinkende Preise für Bestandteile von Photovoltaik-Anlagen. Gleichzeitig sollen Besitzer:innen durch die sinkende Vergütung zum höheren Verbrauch des selbstproduzierten Stroms angeregt werden.

Hoher Eigenverbrauch steigert Kosteneffizienz

Mit dem EEG 2023 wurde die Degression bis Februar 2024 allerdings ausgesetzt. Aktuell bekommt man also wieder eine etwas attraktivere Einspeisevergütung. Wirklich viel Geld ist damit allerdings nach wie vor nicht zu holen. Gab es 2004 noch mehr als 50 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde, so erhält man 2023 nur 8,2 Cent pro nicht genutzter kWh, die das Balkonkraftwerk produziert hat. 

Wie kann ich ein Balkonkraftwerk mit meinem Smart Home verbinden?

Damit du dein Smart Home mit dem Strom aus deinem Balkonkraftwerk betreiben kannst, müssen die beiden Systeme miteinander kommunizieren können. Der Austausch erfolgt vom Wechselrichter des Balkonkraftwerks zum HUB des Smart Homes. Dafür müssen beide Systeme über kompatible Schnittstellen und Kommunikationsprotokolle wie WLAN oder Bluetooth verfügen. 

Aufrüsten statt aufgeben

Einige wie die von Yuma verwendeten Hoymiles-Wechselrichter verfügen über eine WLAN-Funktion – zum Beispiel in Verbindung mit einer DTU-Einheit. Sollte dein Wechselrichter diesen Anforderungen nicht genügen, kann nachgerüstet werden: 

 

Eine mögliche Option besteht darin, den vorhandenen Wechselrichter durch ein moderneres Modell zu ersetzen. 

 

Alternativ kann für den vorhandenen Wechselrichter ein sogenanntes Kommunikationsmodul installiert werden, welches den Austausch mit dem Smart Home regelt. 

 

Einige intelligente Stromzähler, auch Smart Meter genannt, können ebenfalls als Kommunikationseinheit dienen. Darüber hinaus können mit diesem Gerät Energieerzeugung sowie Energieverbrauch überwacht werden. 

 

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Geräte aus dem Bereich Internet of Things (IoT), die mit dem Internet verbunden werden können und die Kommunikationsaufgaben zwischen Smart Home und Balkonkraftwerk übernehmen können.

Die Abstimmung muss passen

Damit alle Geräte reibungslos funktionieren, muss die Kommunikation reibungslos funktionieren. Sind Balkonkraftwerk, Smart Home und die Haushaltsgeräte alle von unterschiedlichen Firmen, kann das schwierig werden. Wir empfehlen also, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren und gegebenenfalls Rücksprache mit einem Experten zu halten.

Fazit

Balkonkraftwerke haben die größte Kosteneffizienz, wenn ein Großteil des produzierten Stroms auch verbraucht wird. Den meisten Strom kann eine Mini-PV-Anlage größtenteils zur Mittagszeit herstellen, da zu dieser Zeit die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist. Wenn der Strom zu dieser Zeit jedoch nicht verbraucht wird, fließt er ins öffentliche Stromnetz. 

 

In Verknüpfung mit einem Smart Home kann der eigens erzeugte Strom zu jeder Zeit entweder automatisch oder auf Knopfdruck verbraucht werden. Sei es für große Stromfresser, den Grundverbrauch eines Smart Homes oder andere Geräte und Funktionen. Vor dem Kauf der Geräte und Systeme sollte man sich jedoch umfassend über deren Kompatibilität informieren und gegebenenfalls eine Fachkraft kontaktieren.

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Andreas König

Als Content-Manager kümmert sich Andreas bei Yuma um Redaktionelles. Hier nutzt er seine Erfahrung aus dem technischen Vertrieb und diversen Redaktionen, um über News und Wissenswertes zur Photovoltaik zu informieren.