Startseite Balkonkraftwerk: Vier Tipps, um den Eigenverbrauch zu erhöhen
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Balkonkraftwerk: Vier Tipps, um den Eigenverbrauch zu erhöhen

Andreas König
Balkonkraftwerk: Vier Tipps, um den Eigenverbrauch zu erhöhen

Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Stromkosten sparst du mit deinem Balkonkraftwerk. Mit diesen vier Tipps kannst du ihn optimieren.

Update: Das Solarpaket I ist offiziell in Kraft getreten. Damit wurde auch die Obergrenze der Wechselrichterleistung von 600 Watt auf 800 Watt angehoben. Wenn dein Balkonkraftwerk noch auf 600 Watt gedrosselt ist, kannst du die Leistung also auf 800 Watt einstellen.

Es ist eine einfache Rechnung: Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Stromkosten sparst du mit deinem Balkonkraftwerk. Mit diesen vier Tipps kannst du ihn optimieren.

Wer ein Balkonkraftwerk besitzt, hat sich im Vorfeld viele Gedanken um die Investition gemacht und schließlich Geld dafür in die Hand genommen. Klar möchte man dann, wenn die Mini-Solaranlage endlich installiert ist, so viel der damit produzierten Solarenergie selbst verbrauchen wie möglich. Der Anteil des selbst genutzten Stroms aus einer Solaranlage wird Eigenverbrauch genannt und sollte idealerweise so hoch wie möglich ausfallen.

Wieso sollte ich meinen Eigenverbrauch erhöhen?

Wenn ein Balkonkraftwerk mehr Strom produziert, als die Geräte im Haushalt verbrauchen, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Netzt eingespeist. So wird er entweder dem Netzbetreiber „geschenkt“ oder es wird eine Einspeisevergütung von 8,2 Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Wenn dieser Strom eigentlich im eigenen Haushalt benötigt wird, ist das sehr ärgerlich, denn eine Kilowattstunde Strom, die vom Betreiber zugekauft werden muss, liegt im Durchschnitt bei 42,29 Cent/kWh.

Wie kann ich meinen Eigenverbrauch erhöhen?

Wie hoch der individuelle Eigenverbrauch ausfällt, hängt stark vom Ertrag der genutzten Balkon-Solaranlage und dem jeweiligen Verbrauchsverhalten ab. Hier ein paar Rechenbeispiele:

  • Ein Single-Haushalt verbraucht durchschnittlich 1.978 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit einem 400-Watt-Solarmodul, das jährlich 408 Kilowattstunden produziert, kann er ein Fünftel seines Strombedarfs decken, wenn er den Strom komplett selbst nutzt.
  • Ein 2-Personen-Haushalt kommt jährlich im Schnitt auf 3.252 Kilowattstunden Strom. Mit einem 800-Watt-Balkonkraftwerk erzeugt er 814 Kilowattstunden und damit ein Viertel des Strombedarfs des Haushalts, wenn er den Eigenverbrauch so optimiert, dass der ganze Strom selbst verbraucht wird.
  • Ein Haushalt mit drei oder mehr Personen verbraucht jährlich im Durchschnitt 5.047 Kilowattstunden Strom. Mit den 1.138 Kilowattstunden aus einem 1.600-Watt-Balkonkraftwerk kann er mehr als ein Fünftel des Strombedarfs decken, wenn er diese komplett selbst nutzt.

Es lohnt sich also für jeden, der ein Balkonkraftwerk besitzt, den Eigenverbrauch zu optimieren. Unsere vier Tipps helfen dir dabei.

Passe den Standort dem Verbrauchsverhalten an.

Ein angepasster Standort kann dabei helfen, den Eigenverbrauch zu optimieren. Ein Balkonkraftwerk ist ideal ausgerichtet, wenn es komplett nach Süden zeigt. So können die Sonnenstrahlen lange senkrecht auf die Solarpaneele treffen. So liefert es den höchsten Ertrag.

Das passiert allerdings vor allem in den Mittagsstunden. Viele private Haushalte verbrauchen berufsbedingt allerdings morgens und abends den meisten Strom, wenn sie zuhause sind, das Sonnenlicht aber leider nicht ganz so stark ist. Wenn du tagsüber nicht viel zuhause bist, kann die bessere Lösung sein, dein Balkonkraftwerk einige wenige Grad mehr in eine andere Himmelsrichtung auszurichten:

  • Wer morgens am meisten Strom verbraucht, kann die Paneele Richtung (Süd-)Osten aufstellen. Denn im Osten geht die Sonne auf und liefert von dort morgens am meisten Energie.
  • Ein hoher Stromverbrauch am Abend spricht für eine Ausrichtung nach (Süd-) Westen. Hier geht die Sonne unter und liefert in den Abendstunden Energie.
  • Möchte man einen möglichst konstanten Solarstromfluss über den Tag verteilt, ist es mitunter sinnvoll, zwei Module zu verwenden – eins nach Osten, das andere nach Westen gerichtet.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung eines flexibleren Balkonkraftwerks, das je nach Verbrauch versetzt werden kann.

Im besten Fall weißt du also, wann du wie viel Strom verbrauchst, und richtest deine Stecker-Solaranlage danach aus.

Passe dein Verbrauchsverhalten an.

Es macht nicht nur Spaß, mit einem Strommessgerät live zu verfolgen, wie viel Strom das Balkonkraftwerk erzeugt. Die Daten können dir auch dabei helfen, deinen Eigenverbrauch zu erhöhen. Denn wer möglichst viel vom selbst produzierten Strom nutzen möchte, sollte auch umgekehrt sein Verbrauchsverhalten entsprechend anpassen – also den Strom dann verbrauchen, wenn er erzeugt wird. Ein Strommessgerät hilft dir dabei, denn damit weißt du zu jeder Zeit, wie viel Strom deine Mini-Solaranlage produziert.

Es geht aber auch ohne Strommesser. Generell solltest du deine elektronischen Geräte wie die Wasch- oder Spülmaschine im besten Fall in den Mittagsstunden einschalten und auch Handy, Tablet und Laptop dann laden, wenn die Sonnenstrahlen am meisten Energie liefern. Wir empfehlen außerdem, die Wetterlage im Blick zu behalten und elektronische Geräte dann zu nutzen und zu laden, wenn es nicht stark bewölkt ist oder regnet. Mit Wettervorhersagen ist der Verbrauch so gut planbar.

Wenn du tagsüber nicht viel zuhause sein kannst, macht es Sinn, Geräte mit deinem Balkonkraftwerk zu versorgen, die eh laufen müssen, zum Beispiel deinen Kühlschrank – oder Geräte, die im Standby-Modus sind.

Steuere deinen Stromverbrauch mit smarten Lösungen.

Wer tagsüber nicht viel zuhause ist und so seine Geräte nicht flexibel einschalten oder laden kann, kann sich relativ kostengünstig mit Zeitschaltuhren behelfen. Diese starten die Elektrogeräte zu einer festgelegten Uhrzeit, zum Beispiel in den Mittagsstunden oder wenn besonders starke Sonnenstunden vorhergesagt sind. Moderne Elektrogeräte haben häufig bereits eine Schaltuhr integriert, sodass sich diese automatisch zur gewünschten Zeit starten lassen können.

Eine kostenintensivere, dafür aber auch effizientere sowie bequemere Lösung ist es, die Haushaltsgeräte in ein Smart-Home-System zu integrieren. Das bedeutet, dass unterschiedliche elektronische Geräte vernetzt und per App oder Sprachfunktion bedient werden. Das hat viele nützliche Vorteile:

  • Du kannst deine Geräte wie Wasch- und Spülmaschine so programmieren, dass sie sich automatisch einschalten, ohne dass du zuhause bist.
  • Du kannst deine Geräte aber auch flexibel und spontan aus der Ferne einschalten, wenn du siehst, dass dein Balkonkraftwerk gerade viel Strom erzeugt.
  • Manche Systeme können Geräte sogar automatisch starten, wenn die Solaranlage viel Strom erzeugt, oder ausschalten, wenn die Sonnenkraft nachlässt.

Nutze einen Speicher für deine Solarenergie

Eine weitere Möglichkeit, den Eigenverbrauch zu erhöhen ist, den vom Balkonkraftwerk erzeugten Strom zu speichern, sodass er gar nicht erst ins öffentliche Netz eingespeist wird. Ein Balkonkraftwerk mit Speicher erzeugt genau wie eines ohne Speicher Strom aus Sonnenlicht. Der erzeugte Strom wird im Haushalt genutzt, um den aktuellen Energiebedarf zu decken oder zu unterstützen. Wird jedoch mehr Energie erzeugt als verbraucht, fließt die Energie in einen Akku. Wenn die Solarmodule abends keinen Strom mehr liefern, wird der Solarstrom aus dem Speicher in das Hausnetz eingespeist. Gleichzeitig wird weniger Strom vom Energieversorger bezogen. Der Eigenverbrauch wird also erhöht.

Speicher für Balkonkraftwerk lohnen sich allerdings nicht immer, denn der Kauf ist mit höheren Kosten verbunden. Speicher für Balkonkraftwerke gibt es mit unterschiedlichen Kapazitäten. Kleinere Speicher haben rund 1 Kilowattstunde und sind für ungefähr 1.000 Euro zu haben. Größere Speicher mit 1,5 und mehr Kilowattstunden werden von einem Balkonkraftwerk mit einem 600-Watt-Wechselrichter kaum zu befüllen sein.

Lohnt sich ein Speicher für mein Balkonkraftwerk?

Wer ein Balkonkraftwerk mit Speicher erwerben oder eines entsprechend nachrüsten möchte, muss außerdem folgende Punkte beachten:

  • Für zusätzlichen Speicher wird Platz in der der Wohnung oder auf dem Balkon benötigt. Ist dieser vorhanden?
  • Die Anschaffungskosten für Speicher sind relativ hoch. Nach wie vielen Jahren hat sich dein Energiespeicher amortisiert?
  • Die Herstellung des Batteriespeichers und seine Entsorgung haben ökologische Auswirkungen. Diese sind in Relation zur erwarteten Lebensdauer und Nutzung zu setzen.

Sollte ein Speicher für dich infrage kommen, kann er deinen Eigenverbrauch allerdings deutlich steigern.

Fazit

Um deinen Eigenverbrauch zu erhöhen, musst du also gar nicht so viel tun – und du brauchst auch nicht unbedingt zusätzliches Zubehör. Es hat schon einen großen Effekt, den Standort deines Balkonkraftwerks auf dein Verbrauchsverhalten auszurichten. Umgekehrt solltest du dein Verbrauchsverhalten anpassen und, wenn möglich, den Strom dann nutzen, wenn er produziert wird. Zeitschaltuhren und Smart-Home-Systeme unterstützen dich dabei. Vielleicht kommt aber auch ein Speicher für dich infrage, sodass du deinen Strom auch unabhängig von der starken Sonnenstrahlung nutzen kannst. 

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Andreas König

Als Content-Manager kümmert sich Andreas bei Yuma um Redaktionelles. Hier nutzt er seine Erfahrung aus dem technischen Vertrieb und diversen Redaktionen, um über News und Wissenswertes zur Photovoltaik zu informieren.