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Licht und Schatten: Das Yuma-Statement zur neuen VDE-Produktnorm

David Breuer
Licht und Schatten: Das Yuma-Statement zur neuen VDE-Produktnorm

Endlich Rechtssicherheit oder unnötige Preistreiber? Wir haben die neue VDE-Produktnorm analysiert. Erfahre, warum wir die Anerkennung des Schuko-Steckers begrüßen, die neuen Zertifizierungspflichten aber kritisch sehen – und was das für die Verfügbarkeit neuer Sets im nächsten Jahr bedeutet.

Einordnung: Empfehlung statt Gesetz

Wir betrachten die neue VDE-Produktnorm für Balkonkraftwerke differenziert. Zunächst ist es wichtig, den Rahmen richtig einzuordnen: Der VDE ist ein privater technischer Verband und die Norm hat reinen Empfehlungscharakter – sie ist kein Gesetz.

Grundsätzlich begrüßen wir die Einführung der Norm, da sie mehr Klarheit schaffen und den Markt professionalisieren soll. Die offizielle Anerkennung des Schuko-Steckers als sichere Solarverbindung ist ein längst überfälliges Signal. Dennoch enthält die Norm Punkte, die für neue Unsicherheit sorgen, statt sie zu beseitigen.

Willkürliche Leistungsgrenze

Die Herleitung der 960 Watt Peak (Wp) Grenze für Solarmodule erscheint uns technisch willkürlich. Denn diese konkrete Zahl ist nicht etwa das Ergebnis einer thermischen Simulation. Es wurden schlichtweg 20 % auf die 800 Watt berechnet, da es marktüblich ist – ohne Erklärung der physikalischen Bedeutung.

Fehlende Realitätsnähe

Wir hätten uns eine praxisnähere Norm gewünscht, die etwa zwischen direktem Stromkreis und Endverbraucher-Stromkreis unterscheidet. Eine einfache Lösung wäre beispielsweise der Einsatz kleinerer Sicherungsautomaten mit 10-Ampere-Limit gewesen – darauf wird in der Norm jedoch gar nicht eingegangen.

Kostentreiber

Die Anforderung, komplette Sets zu zertifizieren (statt nur die Komponenten), ist in der Praxis schwer umsetzbar und wird die Preise für Endkunden unnötig in die Höhe treiben. Zudem löst auch der Verweis auf Wieland-Steckdosen das Problem der 960-W-Grenze nicht. Vielmehr erhöhen sich dadurch die Installationskosten und Hürden.

Am Markt vorbei

Die Norm kommt deutlich zu spät und ignoriert den aktuellen Markttrend. Rund 80 % unserer Kunden kaufen inzwischen Systeme mit Speicher. Diese werden in der Norm jedoch nicht berücksichtigt.

Wichtig ist uns zu betonen: Unsere aktuellen Produkte sind auch ohne diese neue Norm sicher. Sicherheitsrelevante Vorfälle sind uns und der Branche nicht bekannt.

Wann kommen die ersten normkonformen Balkonkraftwerk-Sets?

Yuma steht hier gewissermaßen zwischen den Stühlen. Wir prüfen derzeit intensiv, welche Punkte der Norm für uns und unsere Lieferanten sinnvoll umsetzbar sind.

Letztlich entscheidet der Kunde: Möchte er ein teures, zertifiziertes "Norm-Set" oder stellt er sich lieber kosteneffiziente, leistungsstarke Einzelkomponenten zusammen? Wir richten uns hier klar nach der Nachfrage und sind zudem darauf angewiesen, wie schnell unsere Lieferanten reagieren können.

Wir planen, unser Portfolio im Laufe des kommenden Jahres anzupassen. Mit einer vollständigen Verfügbarkeit entsprechender Sets rechnen wir jedoch nicht vor Q2, da die Anpassungsprozesse Zeit benötigen.

Warum eine Zertifizierung aktuell schwierig ist

Eine Zertifizierung ziehen wir in jedem Fall in Betracht. Hierzu stehen wir bereits im engen Austausch mit potenziellen Prüfinstituten. Allerdings ist sie derzeit faktisch noch gar nicht möglich. Da es noch keine akkreditierten Zertifizierungsstellen für diese spezifische Norm gibt und Schulungen für Prüfer erst anlaufen müssen, sind Dauer und Kosten eines solchen Verfahrens völlig offen.

Ein weiterer Punkt macht die Zertifizierung aktuell wenig attraktiv: Unser Hauptprodukt, die Speicher-Kombination, wird von der Norm überhaupt nicht abgedeckt. Wir beobachten die Entwicklung daher genau, werden aber keine übereilten Schritte gehen, die am Kundenbedarf vorbeiführen.

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David BreuerDavid Breuer

David Breuer ist Gründer und Geschäftsführer von Yuma. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Solarindustrie treibt er die Vision voran, nachhaltige Energie für jeden zugänglich zu machen.

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