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Photovoltaik beim Neubau: worauf musst du achten?

Andreas König
Photovoltaik beim Neubau: worauf musst du achten?

Wer neu baut, kommt um Photovoltaik nicht herum. Was bei der Planung einer PV-Anlage zu beachten ist und was das alles mit der Solarpflicht zu tun hat, erfährst du in diesem Beitrag. 

Ein Neubau ohne Solaranlage auf dem Dach – heute fast undenkbar! Schließlich leistet man mit einer Solaranlage nicht nur aktiven Klimaschutz, sondern spart langfristig auch richtig viel Geld. Damit die Solaranlage von Anfang an gut funktioniert, sollte man allerdings einiges beachten. 

Sind PV-Anlagen wie Balkonkraftwerke bei Neubauten verpflichtend? 

In einigen Bundesländern gibt es eine sogenannte Solarpflicht. Sie schreibt je nach Gesetzesgrundlage vor, dass Neubauten entweder mit Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden müssen. Bislang (Stand: November 2023) gelten entsprechende Regelungen in  

  • Baden-Württemberg: Solarpflicht u.a. für neue Wohngebäude und Bestandsgebäude bei grundlegender Dachsanierung 
  • Bayern: Solarpflicht u.a. für staatliche Gebäude, aber nicht für neue Wohngebäude 
  • Berlin: Solarpflicht u.a. für neue Wohngebäude und Bestandsgebäude bei grundlegender Dachsanierung ab einer gewissen Größe 
  • Bremen: schrittweise Einführung der Solarpflicht ab Mitte 2024 
  • Hamburg: Solarpflicht für alle Neubauten ab einer gewissen Dachfläche 
  • Hessen: Solarpflicht u.a. für staatliche Gebäude, aber nicht für neue Wohngebäude 
  • Niedersachsen: Solarpflicht für Gewerbeimmobilien ab einer gewissen Dachgröße, neue Wohngebäude müssen nachrüstbar sein 
  • Nordrhein-Westfalen: Solarpflicht u.a. für öffentliche Liegenschaften, ab 2025 auch für neue Wohngebäude 
  • Rheinland-Pfalz: Solarpflicht u.a. für neue Gewerbeimmobilien ab einer gewissen Größe, aber nicht für neue Wohngebäude 
  • Schleswig-Holstein: Solarpflicht u.a. für Parkplätze ab einer bestimmten Größe, aber nicht für neue Wohngebäude 

Auf lange Sicht soll in allen 16 Bundesländern eine bundesweite Solarpflicht eingeführt werden.  

Warum lohnt sich eine Photovoltaikanlage für Häuslebauer? 

Solarpflicht oder nicht – eine Photovoltaikanlage lohnt sich eigentlich für alle, die ein neues Haus bauen. Balkonkraftwerke und andere PV-Anlagen haben viele Vorteile: 

Umweltschonend 

Mit einem Balkonkraftwerk oder einer großen Solaranlage auf dem Dach kann jede*r einen Beitrag zur Energiewende leisten und CO2-Emmissionen reduzieren.  

Unabhängigkeit 

Wer Sonnenenergie nutzt, um seinen eigenen Strom zu erzeugen, wird unabhängiger von Energieversorgern und Strompreisschwankungen.  

Finanzielle Vorteile 

Die Unabhängigkeit von Strompreisschwankungen macht sich im Geldbeutel bemerkbar. Und auch beim Kauf einer PV-Anlage gibt es viele finanzielle Vorteile, wie zum Beispiel Förderprogramme für Balkonkraftwerke. 

Keine Nachrüstungskosten 

Wer bereits vor dem Bau seines Hauses darüber nachdenkt, eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren, kann bei der Bauplanung alle nötigen Vorkehrungen und Maßnahmen so einrichten, dass später keine Nachrüstungskosten entstehen.  

Wertsteigerung 

Soll die Immobilie später einmal verkauft werden, steigert ein integriertes Balkonkraftwerk oder eine große PV-Anlage natürlich den Wiederverkaufswert. 

Welche Nachteile bringen Photovoltaikanlagen bei Neubauten mit? 

Die Umwelt schonen und dabei noch Geld sparen, klingt ziemlich gut. Leider gibt es aber auch ein paar Nachteile zu bedenken:  

Anfangsinvestitionen 

Beim Neubau einer Immobilie entstehen zum Teil hohe Kosten und das Budget vieler Häuslebauer*innen ist schnell ausgereizt. Zu diesem Zeitpunkt weiteres Geld für eine Photovoltaikanlage auszugeben, kann schmerzhaft sein. Deswegen lohnt es sich, die Anlage bereits von Anfang an miteinzurechnen und gegebenenfalls auf ein günstigeres, aber sehr leistungsstarkes Balkonkraftwerk zurückzugreifen. 

Wetterabhängig 

Sonnenenergie ist abhängig vom Wetter. Scheint die Sonne nicht, erzeugt auch die beste Photovoltaik-Anlage keinen Strom. Um Energieengpässe zu überbrücken, kann sich eine Solarbatterie lohnen.  

Flächenbedarf 

Große Solaranlagen benötigen sehr viel Dachfläche. Wer nur über wenige Quadratmeter verfügt, kann zum Beispiel ein Balkonkraftwerk wählen. 

Was muss ich bei der Planung einer PV-Anlage auf meinem Neubau beachten? 

Bevor du in die konkrete Planung deiner Photovoltaik-Anlage gehst, solltest du vorab noch einige Punkte klären. Dazu zählt zum einen die Frage, wann du über den Tag verteilt am meisten Strom verbrauchst.  

Strombedarf 

Bist du überwiegend im Homeoffice oder benötigst du den Strom eher morgens und abends? Welche Verbraucher sollen mit der PV-Anlage betrieben werden? Geht es nur um Kühlschrank und Co. oder sollen auch die Wallbox in der Garage und die Wärmepumpe im Keller mit Sonnenenergie betrieben werden?  

Wenn diese Fragen geklärt sind, kannst du deinen individuellen Strombedarf ermitteln und die Größe der Anlage auf deine Bedürfnisse anpassen. Generell gilt, dass die Kosten für eine PV-Anlage sinken, je mehr Solarstrom selbst verbraucht wird. Mit unserem Yuma Strom-Spar-Checker haben wir hier ein einfaches Tool, um zu berechnen, wie viel du mit einem Balkonkraftwerk sparen kannst.

Standort 

Ein sonniges Dach in Südausrichtung ist für jede PV-Anlage optimal. Auch eine West-Ost-Ausrichtung kann gute Erträge erzielen. In beiden Fällen ist entscheidend, dass die Solarmodule nicht oder nur sehr wenig verschattet werden.  

Gerade in Neubausiedlungen, wo viele Häuser erst noch gebaut werden, ist es manchmal schwer abzuschätzen, welche Module von Häusern aus der Nachbarschaft verschattet werden könnten. In diesem Fall hilft ein Blick in den Bebauungsplan und das direkte Gespräch mit den umliegenden Nachbar*innen.  

Wenn die baurechtlichen Vorgaben nicht dagegensprechen, sollten Bauherren ihr Dach in einem Neigungswinkel zwischen 20 und 60 Grad planen, um möglichst viele Sonnenstrahlen einzufangen. 

Architektur 

Wer seine PV-Anlage bereits vor dem Baustart mitdenkt, kann sich am Ende darüber freuen, dass seine Solaranlage wunderbar in die Architektur der Immobilie integriert ist und Haus und PV-Anlage gemeinsam ein harmonisches Bild abgeben.  

So kannst du bereits frühzeitig genügend Kabel vom Dach bis zum Keller einplanen und so verhindern, dass später weitere Kabel nachgerüstet und neu unter Putz verlegt werden müssen.  

Bei der Gestaltung deines Dachs kannst du außerdem bereits vorab festlegen, wie viel Fläche mit Solarmodulen bedeckt werden soll und wie Gauben, Dachfenster und Co. so ausgerichtet werden können, dass sie die PV-Anlage nicht behindern.  

Generell gilt zu bedenken, dass Dacheindeckungen mit Ziegeln bei Schrägdächern zu bevorzugen sind, da die Ziegel angehoben und die Solarmodule darunter befestigt werden können. Für die Kabeldurchführung führen viele Ziegelhersteller inzwischen spezielle Dachpfannen für Solaranlagen in ihrem Sortiment. Auch sollten immer Flachlüfter verwendet werden, da sie einfach überbaut werden können. 

Versicherung 

In den meisten Fällen werden PV-Anlagen in der Wohngebäudeversicherung mit abgedeckt. Balkonkraftwerke können manchmal auch in der Hausratversicherung mit aufgenommen werden. Hier lohnt sich ein Blick in deine Police oder ein Gespräch mit deinem Versicherungsmakler oder deiner Versicherungsmaklerin. Es gibt aber auch spezielle Einzelversicherungen. 

Welche Kosten kommen auf mich zu? 

Während man für eine große Photovoltaik-Anlage mehrere tausend Euro einplanen sollte, gibt es gute, leistungsstarke Balkonkraftwerke bereits für ein paar Hunderter. Generell sollte sich eine PV-Anlage nach spätestens zehn Jahren amortisiert haben, ein Balkonkraftwerk nach ca. sechs Jahren. 

Welche Fördermöglichkeiten gibt es? 

Von direkten Zuschüssen, über Darlehen bis zu steuerlichen Vorteilen gibt es in Deutschland eine Reihe von Fördermöglichkeiten, die PV-Anlagen auch für Häuslebauer mit kleinem Budget interessant machen dürften. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehören hier zu den wichtigsten Anlaufstellen. Doch auch viele Bundesländer, Kommunen und Städte haben eigene Förderprogramme.  

Um keines dieser Angebote zu verpassen, solltest du dich bereits vor dem Kauf damit befassen.  

Fazit 

Die frühzeitige Integration einer Photovoltaik-Anlage in die Bauplanung bietet zahlreiche Vorteile. So können Solarmodule in die Gestaltung von Dächern, Fassaden oder anderen Bauteilen integriert werden, ohne dass zusätzliche Eingriffe in die bestehende Struktur erforderlich sind. Dies führt zu einer ästhetisch ansprechenden Architektur und erhöht den Wert der Immobilie.  

Insgesamt ist die Integration von PV-Anlagen in die Bauplanung eine kluge und nachhaltige Entscheidung, da Balkonkraftwerke und Co. dabei helfen, saubere Energie zu erzeugen, Kosten zu senken und die Umweltauswirkungen von Gebäuden zu reduzieren.

Möchtest du auch Teil der Energiewende werden? Mit unseren Balkonkraftwerken kannst du ohne große Anschaffungskosten deine eigene Solarenergie produzieren.  

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Andreas König

Als Content-Manager kümmert sich Andreas bei Yuma um Redaktionelles. Hier nutzt er seine Erfahrung aus dem technischen Vertrieb und diversen Redaktionen, um über News und Wissenswertes zur Photovoltaik zu informieren.