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Balkonkraftwerk versichern: Was du wissen musst

Andreas König
Balkonkraftwerk versichern: Was du wissen musst

Wie sieht es mit den Themen Haftung und Versicherung bei Mini-Solaranlage aus? Was dabei zu beachten ist, erklärt dieser Artikel.

Die wenigsten Menschen beschäftigen sich gern mit Versicherungen. Das ändert aber nichts an ihrer Wichtigkeit – auch in Zusammenhang mit Balkonkraftwerken. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Kauf einer Mini-Solaranlage mit den Themen Haftung und Versicherung auseinanderzusetzen. Was dabei zu beachten ist, erklärt dieser Artikel. 

Inhaltsverzeichnis

Was kann in der Theorie mit einem Balkonkraftwerk nicht alles passieren? Blitzeinschlag, Hagel oder auch ein Diebstahl. Wer bei Schäden wie diesen nicht auf seinen Kosten sitzen bleiben möchte, sollte sich mit einer Absicherung seiner Mini-PV-Anlage beschäftigen. Auch Fragen der Haftung sind für Besitzer:innen eines Balkonkraftwerks von Belang, falls zum Beispiele Teile der Anlage herabfallen und Personen verletzten oder Schaden am Eigentum Dritter verursachen. Dieser Beitrag erklärt unter anderem, ob eine Versicherung für Balkonkraftwerke notwendig ist, welche Arten von Versicherungen dabei eine Rolle spielen und welche Schäden sie abdecken. 

Braucht man eine Versicherung für Balkonkraftwerke?

Egal wie sorgfältig du deine Mini-Solaranlage montierst oder wie gründlich du sie reinigst, wartest oder pflegst, Schäden am oder durch das Balkonkraftwerk können immer entstehen. 

Mögliche Risiken oder Schäden bei Balkonkraftwerken sind:

 

  • Witterungsschäden, zum Beispiel durch Sturm, Hagel, Schnee oder Blitzeinschlag
     
  • Diebstahl oder Vandalismus – je nachdem, wie gut die Anlage zugänglich ist 

  • Herabfallen von Teilen der Anlage und dadurch Beschädigung des Eigentums Dritter oder sogar Verletzung von Personen
     
  • technische Defekte oder Ausfälle 

Schäden wie diese können große finanzielle Folgen für dich haben. Denn auch wenn Balkonkraftwerke deutlich günstiger sind als die klassische PV-Anlage auf dem Dach, belaufen sich die Kosten bei Schäden schnell auf über 1.000 Euro. Eine Versicherung hilft dabei, diese Kosten zu decken, bzw. für Ersatz oder Reparatur zu sorgen. Wer darauf im Schadensfall zurückgreifen will, sollte über eine Versicherung nachdenken, bzw. überprüfen, ob das Risiko vielleicht schon in einer bestehenden Versicherung abgedeckt ist. Im nächsten Kapitel stellen wir euch vor, in welchen Versicherungen Schäden am oder durch Balkonkraftwerke inkludiert sein können.  

Welche Arten von Versicherungen für Balkonkraftwerke gibt es?

Zunächst einmal: Stand jetzt (Oktober 2023) bietet noch kein Anbieter eine explizite Balkonkraftwerk-Versicherung an. Das ist aber auch gar nicht nötig, weil heute weitgehend geklärt ist, welche Versicherung für welche Art von Schaden am oder durch die Mini-PV-Anlage einspringen kann. Zu Anfang der Erfolgsgeschichte von Balkonkraftwerken war das unklar, inzwischen ist die Rechts- und Versicherungsklage hierzu aber weitgehen geklärt.  

 

Die Fakten: Auch wenn sich das Balkonkraftwerk nicht im Haus oder in der Wohnung befindet, zählen die meisten Versicherungsunternehmen Mini-Solaranlagen zum Hausrat – ebenso wie andere Gegenstände, die sich auf Balkon oder Terrasse befinden wie Loungemöbel oder ein Grill. Durch die Hausratversicherung sind Schäden an der Anlage, also am Paneel, am Modul, am Wechselrichter oder auch den Kabeln bei vielen Anbietern abgedeckt. Ein Sonderfall sind an Fassaden befestigte Balkonkraftwerke. Hier greift in der Regel die Wohngebäudeversicherung. 

Aber es ist auch wichtig, abgesichert zu sein, wenn Teile des Balkonkraftwerks herunterfallen und das Eigentum Dritter beschädigen oder gar Personen verletzen. Das ist ein Fall für die Private Haftpflichtversicherung, über die ohnehin die meisten Menschen verfügen.  

 

Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass man sowohl bei Hausrat-, Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung Rücksprache mit seinem Versicherungsunternehmen hält, welche Art von Schaden in den Versicherungsbedingungen eingeschlossen ist. Es kann sein, dass Balkonkraftwerke explizit gegen einen Beitrag eingeschlossen werden müssen. Es gibt aber auch Versicherer, die diese Anlagen gänzlich ausschließen. Andere kommen nur für ausgewählte Schadensfälle oder innerhalb fest definierter Entschädigungsgrenzen auf und wieder andere Versicherungen gewährleisten Schutz für Balkonkraftwerk über die oben genannten Versicherungsarten mit. Die uneinheitliche Lage verdeutlicht: Es ist wichtig, Rücksprache zu halten, wie es bei den eigenen Versicherungen um den Einschluss von Balkonkraftwerken steht. 

 

Darüber hinaus gibt es auch noch Spezialversicherungen für Photovoltaik-Anlagen, die sogar im Falle einer Betriebsunterbrechung leistet. Diese Versicherungen sind allerdings eher für die klassischen, großen PV-Anlagen auf dem Dach konzipiert und bieten zwar umfassenden Schutz, sind aber auch sehr teuer.  

Wer haftet für Schäden am oder durchs Balkonkraftwerk?

Eine weitere wichtige Frage, die sich im Zusammenhang mit der Versicherung von Balkonkraftwerken stellt: Wer haftet? In der Regel ist es der Eigentümer der Anlage, der entsprechend dafür sorgen muss, dass sein Balkonkraftwerk sicher angebracht ist. Eine Privathaftpflichtversicherung mit einer angemessenen Entschädigungsgrenze ist entsprechend von großer Wichtigkeit, falls doch einmal etwas passiert. Es ist auf jeden Fall ratsam, seine Versicherung über die Installation eines Balkonkraftwerks zu informieren, um bei Haftungsfragen abgesichert zu sein.  

Wie finde ich die richtige Versicherung für mein Balkonkraftwerk?

Vorab: Eine Versicherungspflicht wie bei Kraftfahrzeugen besteht bei Mini-Solaranlagen nicht. Wer sich umfassend absichern will, sollte aber ein paar Dinge bei der Suche nach der richtigen Versicherung, die alle für ihn wichtigen Risiken absichert, berücksichtigen.  

 

Ganz entscheidend ist, dass sich Verbraucher:innen Vergleichsangebote einholen. Denn Kosten und Leistungsumfang können je nach Anbieter stark variieren. Deshalb ist es ratsam, mehrere Versicherungsunternehmen unter die Lupe zu nehmen – auch weil manche Versicherungen Rabatte für die Absicherung von Balkonkraftwerken anbieten. Denn immer mehr Unternehmen unterstützen klimafreundliche Bemühungen ihrer Kund:innen und wollen durch den Rabatt selbst einen Beitrag zur umweltfreundlichen Erzeugung von Strom leisten. 

 

Bei den Vertragsbedingungen sollte man darauf achten, ob besondere Anforderungen an die Montage und Installation der Anlage gestellt werden oder Pflichten zur regelmäßigen Wartung formuliert sind, bei deren Nichtbeachtung Versicherungsschutz erlöschen könnte. Es gibt zum Beispiel Versicherungen, die verlangen, dass die Balkonkraftwerke von einer Fachkraft installiert werden. 

Fazit

Ob und wie intensiv man sich und sein Balkonkraftwerk absichern will, hängt auch vom individuellen Sicherheitsbedürfnis ab und wie sehr man sich, bzw. den eigenen Geldbeutel, vor einem Schaden an oder durch eine Mini-PV-Anlage schützen will. Oft ist sogar kein spezieller Abschluss einer Versicherung für die Mini-Solaranlage nötig, weil die wichtigsten Versicherungen Hausrat- und/oder Wohngebäudeversicherung und Privathaftpflichtversicherung ohnehin bereits abgeschlossen sind und Versicherungsschutz für Balkonkraftwerke darin bereits inkludiert ist. Wichtig ist, dies bei seinem Versicherungsanbieter prüfen zu lassen.   

 

Alle, die eine neue Versicherung abschließen müssen, sollten unbedingt beachten:  Der günstigste Tarif ist häufig nicht der beste – ähnlich wie bei Balkonkraftwerken. Wichtig ist eine gründliche Prüfung der Versicherungsbedingungen. Nimm dir ein bisschen Zeit, recherchiere, vergleiche und entscheide dich dann in Ruhe für das Angebot, das am besten zu dir passt.

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Andreas König

Als Content-Manager kümmert sich Andreas bei Yuma um Redaktionelles. Hier nutzt er seine Erfahrung aus dem technischen Vertrieb und diversen Redaktionen, um über News und Wissenswertes zur Photovoltaik zu informieren.