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Anleitung: Balkonkraftwerke einfach anmelden

Andreas König
Anleitung: Balkonkraftwerke einfach anmelden

Wer ein Balkonkraftwerk in Betrieb nimmt, muss es anmelden. Wir führen dich durch den Anmeldeprozess.

Wer ein Balkonkraftwerk in Betrieb nimmt, muss es beim örtlichen Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister anmelden. Das sieht nach viel bürokratischem Aufwand aus, kann aber auch einfach sein. Wir führen dich durch den Anmeldeprozess. 

Inhaltsverzeichnis

Ein Balkonkraftwerk kaufen, den Stecker in die Steckdose stecken, sich mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen und damit die Energiewende vorantreiben – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber eigentlich ist es genauso einfach. Es fehlt nur ein kleiner, aber nicht unwichtiger Schritt: die Anmeldung beim Netzbetreiber und beim Marktstammdatenregister.  

 

Viele schreckt dieser vermeintlich große bürokratische Aufwand der Anmeldung ihrer Steckersolaranlage ab. Deshalb führen wir dich durch den Anmeldeprozess. So bleibt dein Weg in die unabhängige und nachhaltige Energieversorgung so einfach wie möglich. 

Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?

Besitzer:innen von Balkonkraftwerken sind momentan noch verpflichtet, ihre Anlage gleich zweimal anzumelden: bei ihrem Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister. Wer seine Mini-Solaranlage nicht im Marktstammdatenregister anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld verhängt werden kann. Auch wenn das in der Praxis kaum vorkommt, kann eine Anmeldung trotzdem sinnvoll sein. 

 

  • Für Besitzer:innen von Balkonkraftwerken ist die Anmeldung im Marktstammdatenregister wichtig, um die erzeugte Solarenergie korrekt abrechnen zu können, wenn sie überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeisen möchten.
  • Die Anmeldung beim Netzbetreiber hat den Vorteil, dass dieser dann automatisch prüft, ob der Stromzähler ausgetauscht werden muss.
 

Die Anmeldung beim Netzbetreiber dauert nur fünf bis zehn Minuten, die beim Marktstammdatenregister eine knappe Viertelstunde. In beiden Fällen fallen keine Gebühren an. Deshalb empfehlen wir dir unbedingt, dein Balkonkraftwerk ordnungsgemäß anzumelden. Um dich dabei zu unterstützen, beschreiben wir in der jeweiligen Bedienungsanleitung den Prozess und halten dort die technischen Daten deines Balkonkraftwerks für dich bereit. Mit dem Kauf erhältst du außerdem ein so weit wie möglich ausgefülltes Anmeldeformular und das Inbetriebsetzungsprotokoll für die Anmeldung beim Netzbetreiber.

Wie melde ich mein Balkonkraftwerk beim Netzbetreiber an?

Der Netzbetreiber ist Eigentümer der Stromleitungen in deiner Region und für den Betrieb und die Instandhaltung des Stromverteilungsnetzes verantwortlich. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Energieversorger, mit dem du deinen Stromvertrag abgeschlossen hast.

 

Für Anlagen bis 600 Watt gilt ein vereinfachtes Anmeldeverfahren, nach dem die Betreiber:innen ihre Steckersolaranlagen ohne Elektrofachkraft in Betrieb nehmen und anmelden können. Ab 2024 soll die Anmeldung eines Balkonkraftwerks beim Netzbetreiber entfallen. Dazu gibt es gerade einen aktuellen Gesetzesentwurf, der einige Vereinfachungen für Balkonkraftwerke mit sich bringen wird. Bis dahin ist es trotzdem sinnvoll, die Mini-Solaranlage zu melden, damit der Netzbetreiber bei Bedarf einen Zählerwechsel veranlassen kann.

 

Die Anmeldung kann, je nach Netzbetreiber, auf eine der folgenden Arten erfolgen:

 

  • durch eine Online-Anmeldung oder ein Formular auf der Website des Netzbetreibers
  • oder durch unser Anmeldeformular.

Wer ist mein Netzbetreiber?

Dazu muss man zunächst wissen, wer der Netzbetreiber der Region ist. Das kann man über folgende Wege herausfinden:

 

 

  • In der Regel steht der Name des Netzbetreibers auf der letzten Stromabrechnung.

     

 
  • Auch ein Anruf beim Energieversorger kann Klarheit bringen.

     

 

Welche Unterlagen brauche ich für die Anmeldung beim Netzbetreiber?

Unsere Checkliste bietet dir einen schnellen Überblick über die notwendigen Unterlagen für die Anmeldung eines Balkonkraftwerks beim Netzbetreiber:

 

  • Anmeldeformular

  • Datenblatt des installierten Moduls

  • Datenblatt des Wechselrichters

  • Konformitätserklärung für den Wechselrichter

  • Inbetriebsetzungsprotokoll E8 vom

  • VDE (nur bei unserem Anmeldeformular)


Bei der Anmeldung wird nach der Anschrift, dem Anlagenstandort und der Leistung der Anlage gefragt. Die dafür benötigten Daten haben wir jeweils in der mitgelieferten Bedienungsanleitung unserer Yuma Balkonkraftwerke zusammengefasst, sodass sie nur noch übertragen werden müssen. Auch das Anmeldeformular und das Inbetriebsetzungsprotokoll E8 haben wir für Käufer:innen ausgefüllt, sodass nur noch die persönlichen Daten ergänzt werden müssen.

Welche Probleme können bei der Anmeldung beim Netzbetreiber auftreten?

Normalerweise ist die Anmeldung beim Netzbetreiber einfach und kostet wenig Zeit. Bei einzelnen Netzbetreibern kann es aber leider zu Verunsicherungen kommen, weil sie unrechtmäßige Forderungen stellen.

Der Netzbetreiber fordert einen Wielandstecker:

Einige wenige Netzbetreiber verlangen zum Beispiel ausdrücklich einen Wieland-Stecker als Anschluss für Balkonkraftwerke, statt des herkömmlichen Schuko-Steckers. Es gibt aber weder ein Verbot von Schuko-Steckdosen noch eine Pflicht, die Wieland-Steckdose zu nutzen. Bis 600 Watt Wechselrichterleistung ist der Anschluss mit dem Schuko-Stecker erlaubt und sicher.

Gut zu wissen: Mit dem Gesetzesentwurf Solarpaket 1, das voraussichtlich zum Jahresbeginn 2024 in Kraft tritt, wird die Frage nach dem Schukostecker ohnehin hinfällig. Denn laut Entwurf soll der Anschluss per Schukostecker offiziell zulässig werden.

Der Netzbetreiber fordert eine Fachkraft für den Anschluss:

Es kann sein, dass der Netzbetreiber für den Anschluss des Balkonkraftwerks eine:n zertifizierte:n Elektriker:in verlangt. Das ist aber nicht nötig, auch Laien dürfen Solaranlagen, also auch Balkonkraftwerke, selbst anschließen.

Wie melde ich mein Balkonkraftwerk im Marktstammdatenregister an?

Das Marktstammdatenregister ist eine Datenbank der Bundesnetzagentur zur Erfassung und Verwaltung von Informationen über Energieerzeugungsanlagen – einschließlich Balkonkraftwerken und anderen Solaranlagen. Man kann sich online und kostenlos ins Marktstammdatenregister eintragen. Das erfolgt in drei Schritten:

 

 

  1. Zuerst wird ein Benutzerkonto im Marktstammdatenregister angelegt.
  2. Danach registriert man sich als Person oder das Unternehmen als Anlagenbetreiber.
  3. Anschließend wird Stecker-Solaranlage registriert.
 

Für den Anmeldeprozess solltest du ungefähr 15 Minuten einplanen und die technischen Daten deines Balkonkraftwerks bereithalten. Alle hierfür notwendigen Dokumente stehen dir nach deiner Bestellung zur Verfügung, sodass du sie nur noch übertragen musst. Außerdem findest du dort auch die Fragen, die bei der Registrierung gestellt werden, und die richtigen Antworten darauf. Sobald die Registrierung abgeschlossen ist, erhältst du eine Bestätigung per E-Mail und eine Nummer deiner EEG-Anlage. Melde dich hier im Marktstammdatenregister an.

Welche Vereinfachung für die Anmeldung ist ab 2024 geplant?

In einer Kabinettssitzung Mitte August hat die Bundesregierung das sogenannte Solarpaket1 beschlossen. Damit sollen die Installation und der Betrieb von Balkonkraftwerken deutlich erleichtert und klarer geregelt werden.  

 

 

Mit Inkrafttreten des Gesetzes soll unter anderem eine einfache Meldung im Marktstammregister der Bundesnetzagentur binnen eines Monats nach Inbetriebnahme ausreichen. Der Netzbetreiber hat anschließend vier Monate Zeit, um zu prüfen, ob eventuell ein neuer Zähler im Haushalt eingebaut werden muss. In den kommenden Wochen wird der Gesetzesentwurf im Bundestag diskutiert. Die Regelungen sollen 2024 in Kraft treten. 

Fazit: So einfach meldest du dein Balkonkraftwerk an

Du solltest deine Mini-Solaranlage anmelden. Aber das ist nicht schwer – und ab 2024 sogar noch einfacher. Halte dazu einfach die benötigten Unterlagen und technischen Daten bereit, die wir dir mit dem Kauf deines Yuma-Balkonkraftwerks bereitgestellt haben. Der Anmeldeprozess dauert nur wenige Minuten und ist kostenfrei.  

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Andreas König

Als Content-Manager kümmert sich Andreas bei Yuma um Redaktionelles. Hier nutzt er seine Erfahrung aus dem technischen Vertrieb und diversen Redaktionen, um über News und Wissenswertes zur Photovoltaik zu informieren.